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Inkas, Mayas, Azteken und Menschenopfer

07.02.2015

Das Reich der Inkas erstreckte sich während seiner Hochphase im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts über die heutigen Gebiete von Peru, Bolivien und Ecuador sowie Teile Kolumbiens, Chiles und Argentiniens. Die Inkas lebten zur selben Zeit wie die Mayas und Azteken; aus anthropologischer Sicht gibt es jedoch keine Beweise dafür, dass sich Inkas und Mayas oder Inkas und Azteken jemals begegneten.

Die Mayas lebten in der Gegend von Yucatán im Süden und Südosten von Mexiko sowie in einigen Gebieten von Belize, Guatemala und Honduras, während die Azteken in Zentralmexiko angesiedelt waren.

Juan Núñez del Prado, Professor für Anthropologie und Experte der Inka-Kultur, ist davon überzeugt, dass die Inkas – hätte die Thronfolge unter ihrem Inka Wayna Qhapaq geordnet übergeben werden können (vergleiche auch Die Geschichte der Inkas) – aufgrund ihres ungeheuren Expansionsdranges, ihrer schier unendlichen Ressourcen und nicht zuletzt wegen ihrer ausgeprägten diplomatischen Fähigkeiten – das ganze Gebiet des heutigen Süd- und Mittelamerika innerhalb der beiden nachfolgenden Generationen erobert hätten.

Die Inkas und Menschenopfer

Unter Pachakuti Inka Yupanki (1438 – 1471), der das Inka-Reich innerhalb einer Generation vom kleinen Königreich zu einem Imperium entwickelte, sowie von dessen Nachfolgern wurden Menschenopfer abgelehnt. Das bereits in der Inka-Zeit praktizierte despacho kann als Zeichen für diese Haltung angesehen werden: Es ist eine spirituelle Opfergabe, die ohne Blutvergießen praktiziert wird.

Ein despacho beschreibt bis heute ein Ritual, einen Akt der Liebe, eine spirituelle Handlung, die uns an die Verbindung mit Mutter Natur, mit dem Göttlichen, mit allen DespachoGeschöpfen, Lebewesen und heiligen Orten erinnert. Don Manuel Qispe, einer der bekanntesten Q’ero-Ältesten unserer Zeit, beschrieb das Despacho einst als "ein Geschenk, ein Zurückgeben für all das, was wir täglich erhalten. Es richtet uns wieder auf unsere innersten Ziele aus und bringt uns in Einklang mit den Kräften, die uns als Menschen definieren“.

In einem Despacho werden ausschließlich Blumen, Kräuter, Gewürze, Samen, tierische Produkte wie Fett, Haare, Federn und weitere Materialien wie Gold oder Silber mit Energie aufgeladen und in Form eines Mandalas den Spirits übergegeben. Es gibt etwa 350 verschiedene Arten von Despachos und jedes Einzelne steht dabei für eine bestimmte Ausrichtung bzw. einen bestimmten Wunsch. Despachos haben daher die Kraft, Energien in einem Maße zu bewegen, dass manchmal sogar kleine Wunder geschehen können.