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Die Legenden über die Herkunft der Inkas

28.01.2015

In der Mythologie der Inka sind zwei bekannte Legenden über die Entstehungsgeschichte der Inka bzw. über die Herkunft der Inka überliefert, wobei in den Chroniken der Spaniern sowie den Erzählungen der Indios bis heute mehr als 40 verschiedene Abwandlungen dieser Mythen zu finden sind. Nachfolgend werden die bekanntesten Version genauer beleuchtet und dargestellt.

Eine Version handelt davon, dass Inti (Sonne) seinen Sohn Manco Qhapaq und seine Tochter Mama Ocllo auf die Erde schickte, um die Menschen zu unterrichten, die bis dahin wie Wilde gelebt hatten. Die beiden Kinder gelangten durch eine Höhle auf einer Insel des Titicacasees in diese Welt und begannen, die Menschen zu zivilisieren, indem sie ihnen das Wissen rund um Ackerbau, Viehwirtschaft sowie die Kunst des Webens beibrachten.

Manco QhapaqInti gab ihnen auch einen goldenen Stab mit und wies sie an, dort eine Stadt zu bauen, wo sie diesen Stab vollständig in die Erde stecken konnten. Das gelang ihnen an der Stelle, an der die heutige Stadt Cusco liegt, abgeleitet aus dem Qechua Qosqo, übersetzt „Nabel der Welt“.

Nachdem sie die heilige Stadt gebaut hatten, ging Manco Qhapaq in den Norden und Mama Ocllo in den Süden, um die Menschen aus nah und fern zusammenzubringen, das Tawantinsuyu zu gründen und den Grundstein für die Errichtung der Inka-Dynastie zu legen.

Eine andere Version handelt von der Legende um Inkarrí, dem ersten Inka-König. Dieser wurde von Gott (Wiraqocha), dem SchöpCusco als Pumafer allen Lebens, beauftragt, eine Stadt zu bauen. Dazu sollte er drei Mal einen goldenen Stab werfen und dort die Stadt errichten, wo der Stab senkrecht in der Erde stecken blieb. Er warf den Stab das erste Mal und dieser blieb flach auf dem Boden liegen. Er warf ihn ein zweites Mal, der Stab blieb schräg im Boden stecken – an dieser Stelle baute er die Stadt Q’ero. Als Gott ihn  auf diesen Irrtum aufmerksam machte, warf er den Stab ein drittes Mal und dieses Mal landete er senkrecht im Boden; dort baute er die heutige Stadt Cusco.

Beide Versionen beinhalten eine sehr große Übereinstimmung und es ist naheliegend zu glauben, dass Manco Qhapaq und Inkarrí ein und dieselbe Person sind. Allerdings gibt es einen großen Unterschied: Für die Q'eros und viele andere indigene Völker in Peru, Bolivien und Ecuador ist Inkarí noch immer lebendig. Er wartet darauf, zurückkehren zu können und das Tawantinsuyu zu alter Größe und Pracht zurückführen zu können. 

Jedenfalls lässt es sich nicht zweifelsfrei ausschließen, aber auch nicht nachweisen, dass beide Anführer überhaupt gelebt haben - Realität und Legenden haben sich über die Jahrhunderte zu einer lebendigen Geschichte verbunden.