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Die Spiritualität der Inkas

Die spirituelle Tradition der Anden ist eine Weisheitslehre, in der Mutter Erde und die Natur ganzheitlich betrachtet werden: Wir Menschen sind ein Teil von ihr und sie ist ein Teil von uns. Um die großen Zusammenhänge zu verstehen, die sich daraus ergeben, ist es sinnvoll, die grundlegenden Faktoren dieser Tradition zu betrachten.

Hans-Martin Beck erzählt hier,
wie die Inka-Tradition helfen kann, das eigene Leben umzuschreiben

Fragt man einen Inka-Meister, wie er die Welt bezeichnet, antwortet er „Kausay Pacha“. Kausay bedeutet im Qechua, der Sprache der Inkas, so viel wie „lebendige Energie“ oder „Leben“. Andere Traditionen nennen dies Prana, Ki oder Chi. Das Wort Pacha kann man sowohl mit „Raum“, als auch mit „Zeit“ übersetzen. Im übertragenen Sinn bedeutet Kausay Pacha also „Universum, in dem alles aus lebendiger Energie besteht“.

Alles besteht aus lebendiger Energie

In diesem Universum bestehen nicht nur Mutter Erde aus lebendiger Energie, sondern auch ihre Kinder: die Berge, Flüsse und Seen, die Pflanzen, Bäume, Tiere und die  Menschen. Alle diese Lebewesen verfügen über eine Energieblase (die Aura), über die sie sich miteinander energetisch austauschen.

In der Natur funktioniert dieser Austausch harmonisch und geradezu perfekt – die Blumen füttern mit ihrem Nektar die Bienen und diese wiederum bestäuben die Blumen. Menschen und Tiere atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus – Pflanzen atmen Kohlendioxid ein und Sauerstoff  aus.

Ohne diesen perfekten Kreislauf aus Geben, Annehmen und Zurückgeben könnte menschliches Leben auf der Erde gar nicht existieren.

Geben und Erhalten

Dieser gegenseitige Austausch ohne jegliche Erwartung  war (und ist bis heute) für die Inkas ein kosmisches Prinzip, die Grundlage allen Handelns und allen Seins. Es bedeutet einfach ausgedrückt: Wenn man etwas gibt, so bekommt man dafür immer etwas zurück – nicht immer sofort, nicht immer von derselben Person, aber immer in diesem Leben und immer mehr, als man gegeben hat. Und wenn man etwas empfängt, sollte man dafür immer etwas zurückzugeben.

Befolgen wir dieses simple Gebot, fühlt sich die Energie in uns und um uns herum leicht an, dann sind wir im Fluss des Lebens.

Intention: Das Tool für Energiearbeit

Was für den Buddhismus und Hinduismus die Meditation oder für die Christen das Gebet ist, stellt für die Inkas die Arbeit mit der Intention dar. Allein der Wille lässt Menschen Energie von einem Ort zum anderen bewegen: Energie folgt der Absicht. Dadurch sind die Nachfahren der Inkas bis heute in der Lage, sich mit der universellen Energie (Kausay) zu verbinden, sie fließen zu lassen und sich darüber mit der ganzen Welt auszutauschen.

Der Inka-Samen

Oftmals nehmen wir eine innere Stimme wahr, die uns zuflüstert, was wir in einer Situation besser tun oder lassen sollten, was richtig oder falsch ist oder was sich gut bzw. nicht gut anfühlt. Diesen Faktor nennt die Tradition den Inka-Samen.

Ein Samen ist erst einmal nur ein winziges Stück Materie, in dem jedoch von Anfang an ein riesiges Potential steckt. Kommt der Samen nun mit Erde, Wasser, Licht und Wind zusammen, fängt er an zu keimen, bildet erste Wurzeln und kleine Triebe. Stück für Stück entwickelt er sich, entfaltet sein Potential, wächst gleichmäßig nach oben und nach unten. Er lebt das, was von Anfang an in ihm steckte.

Genau so verhält es sich mit uns Menschen.

Im übertragenen Sinne steht der Inka-Samen für unsere menschliche Essenz, unser höheres Selbst. Es ist unser persönliches Potential, das es gilt, in einem Leben voll zu entwickeln.

Dies erreichen wir, wenn wir eine Verbindung zwischen der Lebensenergie und unserem Inka-Samen herstellen, denn dadurch stoßen wir einen natürlichen Prozess an, so wie das Keimen des Baumsamens. Wir werden Zeuge eines inneren Wachstumsprozesses – unseres eigenen Wachstumsprozesses – in dessen Verlauf sich unser Samen öffnet, zu keimen und zu sprießen beginnt, ein Leben lang wächst und gedeiht. Wir bilden nach und nach tiefe Wurzeln, die uns halten, starke Äste, die nach oben wachsen und uns Größe geben, und schließlich zeigen wir unsere Fähigkeiten und entfalten unsere ganze Schönheit.

Wann immer wir die Lebensenergie mit unserem Samen zusammenbringen, fühlt sich das Leben leicht an und wir können unserer inneren Stimme folgend so handeln, wie es unserem Lebensweg entspricht.

Leichte & schwere Energie

Nun gibt es aber auch Situationen, in denen wir feststellen, dass wir dieses Geben und Erhalten nicht leben und dass die Energie um uns herum nicht nur leicht ist. Das geschieht vor allem in Momenten, in denen wir wütend, traurig oder ängstlich sind, wenn wir uns verletzt oder verletzlich fühlen.

In diesen Situationen blockiert unser freier Wille den Fluss der Lebensenergie. Anstatt anderen gegenüber offen zu agieren, verschließen wir uns; statt freundlich zu sein reagieren wir unwirsch und statt loszulassen halten wir lieber fest.

In diesen Momenten lassen wir keine leichte Energie fließen, sondern produzieren das, was die Inkas „schwere Energie“ nennen.

Dieser Begriff steht für all das, was sich für jeden einzelnen Menschen im Innersten nicht gut anfühlt und was er am liebsten loswerden möchte. Das können nicht nur Gefühle wie Angst, Wut oder Trauer sein, sondern auch Glaubenssätze, Verhaltensmuster, Projektionen, Vorurteile und alle Arten von Traumata sowie physische und psychische Krankheiten.

Wir lernen von klein auf, wie wir uns waschen und vom Schmutz befreien, der sich als Konsequenz unserer täglichen Handlungen auf der Haut ansammelt. Wenn wir dieses Säubern ein paar Tage lang nicht tun, beginnen wir, unangenehm zu riechen – und dieser Geruch kann sich so weit steigern, dass andere Menschen einen weiten Bogen um uns machen. Aber jedes Mal, wenn wir uns sauber machen, fühlen wir uns gut und es gibt uns ein Gefühl von Wohlbefinden – unabhängig davon, dass wir andere nicht belästigen.

Mit der Reinigung unseres Energiekörpers verhält es sich genauso.

Die schwere Energie, der wir jeden Tag ausgesetzt sind, wird zwar von unserer Aura gefiltert, gleichzeitig legt sie sich aber darauf ab wie ein Schweißfilm auf der Haut. Je mehr Ablagerungen wir haben und je dicker diese Schicht aus schwerer Energie ist, desto mehr „riechen“ wir energetisch. Dies zeigt sich in unseren Gefühlen und unserem Verhalten: wir sind schlecht gelaunt, unausgeglichen, aufbrausend, überdreht oder traurig, wir leiden, beschweren uns oder ziehen uns zurück.

Schwere Energie trennt uns in erster Linie von uns selbst und von unseren Mitmenschen, aber auch von unseren Träumen, Zielen und Idealen im Leben. Und je mehr schwere Energie wir anhäufen und je abgetrennter wir werden, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass zuerst die Seele leidet und anschließend der Körper.

Daher ist es aus Sicht der Inkas wichtig, sich regelmäßig nicht nur körperlich sauber zu halten, sondern auch auf energetische Weise. Denn damit lösen wir Blockaden, erhalten die Verbindung zu uns selbst, fühlen uns wohl und belästigen niemanden.

Energiearbeit der Inkas

Für die Inkas hängt dieser schöne Gefühlszustand einfach nur davon ab, inwieweit Menschen in der Lage sind, ein ausgeglichenes Verhältnis von Geben und Erhalten zu praktizieren und dadurch die Lebensenergie fließen zu lassen.

Praktizierende dieser Tradition – genannt Paqos – lernen dazu einfache Übungen, die rein mental ausgeführt werden, sowie Heil- und Wunschzeremonien, die in Form von Mandalas mit verschiedenen Zutaten wie Blüten und Samenkörnern durchgeführt werden.

Alle mentalen Übungen und Techniken lassen sich auf drei Grundtechniken zurückführen. Sie dienen jeweils dazu, um

  • sich umgehend und schnell von schwerer Energie zu reinigen, indem man leichte Energie durch sich hindurchfließen lässt und schwere Energie an Mutter Erde abgibt
  • sich in jeder Situation – wann immer man es braucht – mit leichter Energie aufzuladen und zu stärken
  • andere Menschen jederzeit zu unterstützen, indem man deren schwere Energie mit Hilfe seines energetischen Magens isst und in leichte Energie transformiert

Um diese Übungen durchzuführen, bedarf es keiner speziellen Körperhaltung oder Atemtechnik – man kann sie genauso gut beim Autofahren durchführen, wie auch beim Lesen, Joggen oder beim Arbeiten am Computer. Alleine die Tatsache, dass man sie tut, bewirkt eine innere Veränderung der Sichtweise auf die jeweilige Situation.

Despachos: Wunschzeremonien der Inkas

Diese sogenannten „Despachos“ oder auch „Offrendas“ werden seit vielen Jahrhunderten in den Hochanden zelebriert. Das Prinzip dahinter ist, dass man sich mit den männlichen und weiblichen Spirits von Mutter Erde verbindet und in diese Zeremonie seine ganze Liebe und Hingabe hineingibt.

Wer viel gibt, erhält von den Spirits viel zurück, und das geht bis hin zur Erfüllung eines innigen Herzenswunsches: von der neuen Wohnung über die Heilung einer Krankheit bis hin zum Kennenlernen der großen Liebe – es gibt keine Grenzen. Dieses kurze Video verdeutlicht sehr gut, was Despachos genau sind und wie sie aussehen.

Lernen, weise zu heilen

Weise heilen bedeutet für die Inka-Tradition demnach, Energien auf natürliche Weise fließen lassen, um innere und äußere Harmonie zu erschaffen. Denn damit legt jeder Mensch die Basis für seinen persönlichen Wachstumsprozess sowie für seine physische und psychische Gesundheit.

Und dieses Wissen kann jeder Mensch auf einfache Weise lernen. Alle Termine und Workshops finden Sie auf dieser Website hier unter Termine.

Die Q'eros: Nachfahren der Inkas

In den Hochanden von Peru, auf einer Höhe von 3.500m bis 4.700m Höhe, leben die Q’ero-Indianer, die Nachfahren der Inkas. Ihre abgeschiedene Lage ermöglichte es ihnen, 500 Jahre lang das spirituelle Erbe ihrer Vorfahren in einer sehr reinen Form zu bewahren.

Aufgrund ihres Wissens um die Welt der Energien und ihrer Fähigkeiten, mit diesen zu arbeiten, werden sie bis heute als „Meister der lebendigen Energien“ bezeichnet.

Mehrmals im Jahr laden wir hochrangige Q'ero-Meister nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz ein. Im Rahmen von Einzelsitzungen, Wunsch- und Heilzeremonien sowie in Workshops teilen sie ihr Wissen rund um Pachamama, Heilung und heil sein mit den Menschen hier. Weitere Informationen zu den Q'eros finden Sie hier auf der Website.